Es ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten, die das Land am Nil, Ägypten, zu bieten hat. Und das hat es etwas zu bedeuten, denn Ägypten ist von den Pyramiden bis zur Sphinx schließlich voll von Sehenswürdigkeiten. Abu Simbel liegt abseits der anderen großen Kulturdenkmäler im Norden Ägyptens. Die enorme Tempelanlage befindet sich ganz im Süden des Landes. Und wäre einmal beinahe vernichtet worden. Denn in den 50er Jahren entschloss sich die Regierung, den Nasser-Stausee zu errichten. Dieser Stausee hätte jedoch bedeutet, dass Abu Simbel überflutet geworden wäre. Aber dies ließ die Bevölkerung und Regierung dann doch nicht zu. Der Tempel wurde in einer unglaublich aufwendigen Aktion verlegt. Es dauerte 5 Jahre, aber dann stand Abu Simbel sicher und versetzt nahe dem Stausee. Mittlerweile ist Abu Simbel auch längst ein Weltkulturerbe der UNESCO. Das brachte dem Tempel noch zusätzliches Prestige.
Errichten ließ Abu Simbel der Pharao Ramses II. Er wollte mit dem Tempelbau am südlichen Nil zeigen, wie weit sich sein Reich erstreckt und wie viel fortgeschrittener als das nubische Reich etwas südlicher es doch sei. So wurde am Westufer des Nils - heute in unmittelbarer Nähe zum Sudan, die riesige Anlage verschiedener Tempelbauten errichtet. Macht und Fortschritt sollten damit sybolisiert werden - und das gelingt bis heute. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die damaligen Menschen es schafften, solch mächtige Bauten zu errichten.
Der größte Tempel der Anlage von Abu Simbel ist Pharao Ramses II. zusammen mit dem ägyptischen Windgott Ptah und dem Gottkönig Amun-Re geweiht. Er wurde so gebaut, dass die Sonne an zwei Tagen im Jahr genau in den Tempel hinein leuchtete. Dies hatte den Effekt, dass alles in ein magisch wirkendes Licht getaucht wird. Es geschieht genau am 21. Oktober und 21. Februar in der heutigen Zeit. Zu diesen Gelegenheiten versammeln sich vor der Tempeanlage auch Jahr für Jahr besonders viele Menschen.
Nun sind nicht nur die kulturell interessierten vor Ort, sondern auch die Fans von Okkultem. Wer Abu Simbel zu diesen Zeitpunkten besucht, wird keine ruhige Umgebung auffinden. Aber er wird einem ganz besonderen Erlebnis beiwohnen können, das schon vor Jahrhunderten die Menschen begeisterte. Vor der Fassade des Abu Simbel beeindrucken schon auf den ersten Blick die riesigen Figuren, die dort errichtet wurden. Sie stellen Ramses II. dar, seine Lieblingsfrau und andere Figuren der ägyptischen Geschichte dar.
Beeindruckend ist auch eine Statue von Ramses II., welche sich im Korridor des Großen Tempels befindet. Sie symbolisiert deutlich dessen Macht und Ansehen. Auch die Wände des Abu Simbel sind mit zahllosen Bildern geschmückt. Hier finden sich so berühmte Darstellungen wie Ramses auf dem Streitwagen bei seinem Feldzug gegen die Perser. Gleich neben dem Großen Tempel befindet sich auch eine kleinere Anlage, die der Lieblingsfrau von Ramses II., Nefertari, geweiht ist. Ebenso ist der Tempel aber auch für die Göttin Hathor bestimmt, mit der Nefertari gleich gesetzt wurde. Der Kleine Tempel symbolisiert die große Verehrung, die Ramses II. seiner Lieblingsfrau entgegen brachte.
Der Tempel von Abu Simbel ist übrigens Ausgangspunkt vieler Nilkreuzfahrten. Eigentlich sollte sich dieses Monument der ägyptischen Weltkultur jedoch kein Besucher des Landes entgehen lassen.
Einen weiteren tollen Reisebericht zu Ägypten gibt es bei Nikki&Michi: Reisebericht Ägypten. Einfach lesenswert…
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