Mein Reisebericht beinhaltet keine allgemeinen Informationen über das Land, sondern meine persönlichen Erfahrungen, die ich in diesem Land gemacht habe. So können sie von großem Nutzen für einen Tunesien Interessenten sein, um sein Urlaub möglichst problemfrei genießen zu können.

Im September 2008 bin ich mit meiner Freundin nach Tunesien geflogen (für 7 Tage). Wir wurden mit einem Bus zu unserem Hotel „Thapsus“ (Stadt Madhia) transportiert, haben eingecheckt, schönes Zimmer mit Meeresblick und Balkon.

Die ersten Unannehmlichkeiten gab es beim Frühstück, nämlich, jeder soll sein eigenen Tisch haben. Jeder Kellner hat seine Anzahl von Tischen und deswegen wurden wir von einem zum anderen weitergereicht bis ein freier Tisch gefunden wurde. Da ich schon von der Essordnung berichte, mache ich einen Vorsprung. So, zwei Tage vor der Abreise lag zusätzlich zu unserem, noch ein fremdes Kärtchen auf unserem Tisch, also hatten wir Konkurrenz bekommen, so zu sagen. Ein Kellner wollte sich darum kümmern, ist aber nichts passiert, und da unser Tisch auch davor oft besetzt war, ist uns das sowieso egal gewesen und wir setzten uns dann immer an irgendeinen freien Tisch. Das Meer ist 200 Meter entfernt, die lästigen Verkäufer genau so weit. Als der eine mir etwas schenken wollte, habe ich nein gesagt. Er ließ aber nicht nach. Nachdem ich sein Geschenk entgegennahm, wollte er auch nur einen Dinar als Geschenk haben! Als ich nein sagte, nahm er seine Sache zurück. Wo ich zu ihm sagte: „Du hast es mir geschenkt“, hat er sich entschuldigt. Der Strand in dem Hotelbereich war sauber, wenige Meter rechts oder links ziemlich vermüllt, meist ist das irgendwelches Plastikmüll.

Am dritten Tag haben wir uns überlegt Quads zu fahren. Meine Freundin kann höchstens ein Fahrrad fahren, also habe ich ihr alles deutlich erklärt. Der Quad-Reiseführer konnte kaum englisch sonst französisch und arabisch. Als wir starten wollten, fuhr meine Freundin nur in eine Richtung, was das Problem war konnte Sie mir nicht sagen. Der Quadexperte hatte ganz schnell Geduld verloren und war sehr entnervt. Dann habe ich vorgeschlagen zusammen auf einem Quad zu fahren. Das hat geklappt.
Später, wo sie das Fahren mit meiner aktiven Unterstützung vom hinteren Sitzplatz gelernt hat, erzählte Sie: „Ich dachte das fährt sich wie ein Fahrrad, das man nur sehr leicht lenken muss“. Ein Glück das Sie das erste Mal mit mir gefahren ist, sie wäre sonst mit Sicherheit aus der Bahn geflogen!
Abends konnten alle zur „Disco“ gehen, einer Art Unterhaltungsprogramm wo auf der Bühne vorgetanzt und vorgesungen wird und die Leute zum mitmachen motiviert werden. Ist lustig einmal anzuschauen aber nicht jeden Abend wieder aufs Neue! Die alkoholischen Getränke sind übermäßig teuer.

Am vierten Tag sind wir in die benachbarte Stadt gefahren, um ein paar Geschenke einzukaufen. Zum Glück hatten wir den Ramadan-Monat erwischt, so waren manche Verkäufer etwas ausgepowert, aber wirklich nur manche. Hier hatte ich meine erste große feilsch-Übungsstunde. Bei einem Verkäufer hatten wir zu zweit eine halbe Stunde gebraucht um den Preis für eine „Markentasche“ auf die Höhe des Ladenpreises in der Nähe vom Hotel zu drücken. Wie hoch der Preis im Laden war haben wir erst später erfahren, sonst hätten wir uns das lange Fighten ersparen und die Nerven schonen können.

Am fünften Tag war eine zweitägige Tour mit dem Bus durch das halbe Tunesien geplant, so dass wir die meisten Sehenswürdigkeiten anfahren konnten. Am frühen Morgen wurden wir mit einem Bus abgeholt und in Richtung El-Djem, zum Amphitheater gefahren. Hier haben sich die Touristen aus verschiedenen Hotels zu einer Gruppe versammelt, damit
die Weiterfahrt mit einem großen Bus fortgesetzt werden konnte. Beim Aussteigen aus dem Bus wurden wir förmlich von den Postkartenverkäufern überfallen, jeder versuchte sein Zeug loszuwerden. Sie drückten sie einem in die Hand mit so viel Überzeugungskraft, dass es nicht möglich war „nein“ zu sagen. Natürlich wollten sie Geld, und nicht wenig! Die Karten zurückzugeben war gar nicht einfach, sie fangen sofort an zu feilschen.
Dann wurde uns gesagt, dass fürs Fotografieren eine Gebühr von einem Dinar erhoben wird. Kaum ist unsere Gruppe losgegangen, wurden wir von einem Mann mit nicht weniger großer Überzeugungskraft nach einem Dinar gefragt. Viele haben „bezahlt“. Am Eingang wurde wieder von jedem ein Dinar eingesammelt, da konnte man aber seine Kamera in
die Hosentasche stecken und nicht bezahlen, natürlich, das hat keiner gemacht. Jetzt durften wir für eine halbe Stunde im Theater einen Durchlauf starten, im wahrsten Sinne des Wortes. Der nächste Termin stand schon lange fest. Danach ging es nach Matmata. Die unzähligen Olivenbäume zogen an uns vorbei, später konnten wir die Höhlenwohnungen besichtigen und uns in einem „Essloch“ in dem Höhlenrestaurant gemütlich machen. Die Getränke wurden großherzig rumgereicht, später mussten sie aber extra bezahlt werden!
Im Restaurant soll ein Teil des Films „StarWars Episode1“ gedreht worden sein. Leider war da fast nichts von Irgendwelchen Dekorationen zu erkennen. Am Abend waren wir in Douz angekommen. Hier, in der größten Wüste Afrikas, wollten wir alle auf Kamelen reiten. Das Geld für die Kamel-Tour wurde gleich in dem Bus eingesammelt. Die schwarzweiß gestreifte Beduine- Anzüge wurden uns aufgezwungen und die gleichfarbig kolorierten Kopftücher bekamen auch alle aus unserer Gruppe. Die Ausleihgebühr für den Anzug und zusätzlich fürs Tuch war nicht im Gesamtpreis enthalten.

Kamellführer waren Jungs, selbst angezogen in Synthetik- Football –Trikots. Es war Luftstille und die Kopftücher, die eigentlich zum Schutz gegen den Sandsturm dienen, waren überflüssig. Die Anzüge waren schwer und auch absolut nutzlos. Dafür sahen wir alle schick aus und konnten uns jetzt auf die lange Reise durch das unendliche Sandmeer freuen. Die Freude war nicht groß, als wir durch die von den Kamellen vermisteten Pfade im Schneckentempo, uns in einem Kreis von 300 Meter Radius bewegt haben. Die Riesigen Dünen oder die endlosen Weiten der Wüste habe ich nicht erblicken
können, und am Horizont waren irgendwelche Bäume zu erkennen. Am Ende verlangte der Junge noch 5 Dinar für seine Dienste. Obwohl er, während des Rundganges, mit seinen Sprüchen ziemlich genervt hat, bekam er zum meisten Teil das, was er wollte.
Übernachten sollten wir in einem drei Sterne Hotel. Das Essen war super, das Zimmer nicht. Am Abendessen lernten wir eine Frau und seine Tochter kennen. Sie erzählten uns, wie schlecht es ihnen in ihrem Hotel geht, dass das Essen dort schlecht sei und sonstige Geschichten, so dass man erkennen konnte, das Hotel geht wahrscheinlich pleite.

Sehr früh starteten wir: essen, einsteigen, wieder eine lange Fahrt mit dem Bus. Sonnenaufgang am Salzsee. Schnell wieder rein, wieder lange Fahrt. Eine Oase besucht wieder in den Bus. Zweite Oase besucht, wieder schnell rein und weiterfahren. Lange Busfahrten, 10 Minuten zum Rumsprinten und wieder fahren. Diese Hektik war zum Kotzen. Bei der dritten Oase waren wir in den Bergen. Entlang der Straße Kinder verkauften die Steine. Bei dem Ersten kostete einer 10 Dinar, bei dem anderen 5 und bei dem dritten 2 für 2 Dinar. Ich habe gesehen wie ein Junge zu dem anderen kam und die Hand voller Moneten zeigte, und beide lachten. Zu Mittag haben wir unterwegs in einem Restaurant gehungert. Das Essen war lecker aber in der Menge sehr knapp bemessen. Dass diese Restaurants mit den Reiseveranstaltern ihr Geld teilen, muss sicherlich nicht erwähnt werden.
Die nächste und letzte Station war die heilige Stadt Kairouan. Hier durften die Reisenden ein supertolles Teppichgeschäft besuchen und die Bestellungen mit der kostenlosen Lieferung nach Haus tätigen. Der Reisebegleiter umwerbte dieses mit viel Enthusiasmus.

Zur Stadt: die Aggressivität der Straßenverkäufer und das Müll, das überall herum liegt, machen kein schönes Bild. Wenn man durch die engen Gassen geht, hatte man das Gefühl, die Einheimischen nehmen dich nicht als einen Menschen wahr, sondern mehr als einen wandelnden Geldbeutel, absolut unlebendiger Natur. Jeder von ihnen sieht sich im Recht dich anzuschreien wie einen Hund, falls du nicht auf sein Angebot reagierst. Das Springen vor die Füße und das Versperren des Weges gehört auch zu den Verkaufstaktiken der Straßenverkäufer.

Das Fazit aus meinen Erfahrungen werde ich sehr kurz zusammenfassen: im Großen Ganzen war das eine preiswerte Reise, mit sehr vielen Erlebnissen, nur wenig erholsam durch die Hektik und den Zeitdruck. Bei meiner nächsten Reise werde ich einer Busreise den Mietwagen vorziehen. Da die ganzen Orte schon vorab bekannt sind, kann man sie in aller Ruhe ganz bequem, mit einer freien Wahl von Restaurants und Hotels, besuchen! Der Preis bliebe dabei der gleiche und keinen Ansturm von Verkaufswütigen und vielleicht sogar mehr Respekt von der Seite der Einheimischen!

Autor:  Igor Leonhardt - happyemailer@arcor.de

Reisebericht bookmarken...
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google
  • blogmarks
  • Furl
  • LinkArena
  • LinkedIn
  • Live
  • MisterWong.DE
  • MySpace
  • Spurl
  • Taggly
  • Technorati
  • TwitThis
  • Webnews.de
  • Yahoo! Buzz
  • Yigg
  • Reddit
  • Wikio
  • YahooMyWeb


Ähnliche Reiseberichte