Wenn vom Ausflugsziel Donaustauf gesprochen wird, denken wohl die meisten an die Walhalla, einer tempelartigen Gedächnisstätte aus dem frühen 19. Jahrhundert. Zwei Kunstdenkmäler, die erst den Ausschlag für den Standort Donaustauf gaben, stehen leider im Schatten des Ruhmestempels: Die Burg Stauff und die mittelalterliche Wallfahrtskirche St. Salvator.

Die Wallfahrtskirche St. Salvator birgt in ihrem Inneren spätgotische Wandmalereien, die in Deutschland ihresgleichen suchen. Das Raumgefühl des Künstlers geht weit über den Kenntnisstand seiner Seit hinaus. Experten vermuten dahinter einen Künstler aus padua oder Verona. Die Kunstwerke lassen einen bezug zu Jacopo da Verona und Stefano de Verona. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben Christi, darunter Handwaschung des Pilatus, Geißelung Christi und der Einzug in Jerusalem. Eine weitere Darstellung soll den Stifter der Malereien zeigen.

Auf der Walhalla gegenüberliegenden Berg - man möchte fast sagen - thront die selbst als Ruine noch mächtige Burg Stauff. Unter Bischof Tuto (894 - 930) wird erstmals eine Burg auf dem Schloßberg in Donaustauf erwähnt. Die Burg was über Jahrhunderte heiß umkämpft. 1385 kam sie in den Besitz der freien Reichsstadt Regensburg und wurde vom Magistrat zu einer Festung ausgebaut. Drei Jahre später genügen 170 Mann um einem herzöglichen Beagerungsheer erfolgreich die Stirn zu bieten. 1488 geht die Burg Stauff trotzdem an die Wittelsbacher. Weitere Verbesserungen und Verstärkungen konnten jedoch nicht verhindern, dass 1634 die Schweden die Burg eroberten und plünderten. Sie wurde daraufhin nicht mehr aufgebaut.

Für Besucher ist es nicht einfach, den Überblick über die weitläufige Anlage zu behalten. Allein fünf Tore mussten Angreifer überwinden, um in die Hauptburg zu gelangen. Trotz aller Neu- und Umbauten ist der Kern der Burganlage immer noch romanisch. In der Fachliteratur wird oftmals die Bemalung der Burgkapelle über dem letzten Tor zur Hauptburg beschrieben. Anfang des 20. Jahrhunderts waren diese noch zusehen. Heute existieren leider nur noch Zeichnungen und Bilder von den Fresken aus der Romanik.

Selbst wer sich nicht für Kunst, Kultur und Geschichte interessiert, sollte den Aufstieg wagen. Bei entsprechender Wetterlage erkennt man donauabwärts die Siluette der alten Herzogsstadt Straubing, die Türme der ehemaligen Reichsstadt Regensburg sieht man selbst bei diesigem Wetter.

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