Unter dem Neupfarrplatz in Regensburg schlummern insgesamt zweitausend Jahre Geschichte. Während an der Oberfläche Bürger und Touristen flanieren, lädt das „document Neupfarrplatz“ darunter zu einem Rundgang und einer einzigartigen Zeitreisen ein. Wer die Treppen hinabsteigt taucht ein in die faszinierende Geschichte einer Stadt, die seit zwei Jahrtausenden mit Leben erfüllt ist. Hierfür wurde eine multimediale Präsentation frei von didaktischen Einbauten geschaffen, mit der die Historie des Platzes greifbar wird.
Bereits in der Antike und Spätantike standen im heutigen Zentrum der Domstadt Offizierswohnungen. In sechs Metern Tiefe wurden die Reste des römischen Legionslagers Castra Regina, das 179 n. Chr. Von Kaiser Marc Aurel errichtet wurde, gefunden. Das document Neupfarrplatz zeigt einen Ausschnitt der römischen Innenbebauung.
Seit dem Frühmittelalter beherbergte der heutige Neupfarrplatz dann das jüdische Viertel. Über 500 Jahre waren die Juden nahezu frei von Pogromen und prägten so die Geschichte von Regensburg entscheidend mit. Das Viertel wurde 1519 zerstört, die Synagoge musste der ersten Pfarrkirche der evangelisch gewordenen Reichsstadt weichen.
Im Zuge der allgemeinen Entwicklung Mitte des 19. Jahrhunderts, in der Verbraucherhandel von den Märkten in feste Geschäfte verlegt wurde, wuchs der Neupfarrplatz zum modernen Geschäftszentrum der Stadt.
Auch zahlreiche spektakuläre Ereignisse fanden eben auch diesem Platz statt: 1796 gab es eine Soldatenrevolte, 1919 wurde auf dem Neupfarrplatz die Räterepublik ausgerufen. 1933 fanden dort die Bücherverbrennung statt und 1942/43 bildete sich hier eine Widerstandsgruppe aus allen politischen Lagern, die vom Nazi-Regime brutal zerschlagen wurde.