BingenDie Stadt Bingen am Rhein befindet sich an der Nahemündung, unweit des gefürchteten Binger Lochs, wo der Rhein das Rheinische Schiefergebirge durchbricht und ein Felsenriff einst den Schiffen die Durchfahrt erschwerte. Umschlossen wird die Stadt von den Hängen des Rochusberges, welche vom Weinbau geprägt sind.

Über Bingen erhebt sich die Burg Klopp, aus dem 13. Jahrhundert. 1711 von den Franzosen gesprengt, wurde die imposante Anlage im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut und beherbergt heute ein Heimatmuseum, welches sich mit der Geschichte der Römerzeit auseinandersetzt. Die ältesten erhaltenen Teile der Anlage sind der Bergfried und die Ringmauer.

Bedeutendster Sakralbau Bingens ist die spätgotische Pfarrkirche St. Martin. Die Inneneinrichtung beeindruckt mit einer Krypta aus karolingischer Zeit, einem niederländischen Marienaltar und einem barocken Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert. Über die Nahe führt die Drususbrücke, die älteste Steinbrücke Deutschlands. Das im 11. Jahrhundert errichtete Bauwerk wird von sieben Pfeilern gestützt. Eine Besonderheit ist die kleine Brückenkapelle, welche in einen Pfeiler eingelassen wurde. Besuchen Sie Bingen am Rhein am Tag des offenen Denkmals, können Sie einen Blick auf diese architektonische Meisterleistung werfen.

Im einstigen Hafengelände finden Sie den alten Rheinkran. Die beeindruckende Fachwerkkonstruktion aus dem 15. Jahrhundert wurde manuell über Laufräder angetrieben und diente der Verladung von Salz und Getreide. Über die Tourist Information sind interessante Vorführungen der historischen Anlage buchbar. In einem ehemaligen Elektrizitätswerk fand das Historische Museum am Strom sein Domizil. Das Gelände bietet eine hervorragende Kulisse, um 2 000 Jahre Vergangenheit Revue passieren zu lassen. Attraktion der Ausstellung ist das Binger Ärztebesteck. Die 67 Werkzeuge eines römischen Arztes des 2. Jahrhunderts gelten als einmalig auf der Welt. Weiterhin befasst sich das Museum mit der Stadtgeschichte Bingens und dem Schaffen der Romantiker am Rhein. Ein wesentlicher Bestandteil des umfangreichen Museums ist die Dokumentation des Lebens der berühmtesten Bürgerin Bingens, der Heiligen Hildegard von Bingen, welche 1098 hier das Licht der Welt erblickte. Ihre Schriften über die Natur, die Heilkunst und den Glauben haben bis in die heutige Zeit Bestand.

Während eines Aufenthaltes in Bingen am Rhein werden Sie weitere Spuren Hildegard von Bingens finden. Die Fußgängerzone ziert ein Wandgemälde der Heiligen, das Heimatmuseum beherbergt einen Elfenbeinkamm und in der Rochuskapelle lagern wertvolle Reliquien der Heiligen. Hildegard von Bingen gründete im 12. Jahrhundert das Kloster Rupertsberg, von dem sich im Stadtteil Bingerbrück noch Reste finden lassen.

Auf einer Riffinsel im Rhein thront der Mäuseturm, Wahrzeichen Bingens. Der Zoll- und Signalturm wurde mehrfach zerstört. Seine heutige neugotische Form erlangte er Mitte des 19. Jahrhunderts. Errichtet wurde er der Legende nach vom grausamen Erzbischof Hatto. Von dem der Volksmund weiter zu berichten weiß, das er der hungernden Stadtbevölkerung die Öffnung seiner Kornspeicher verwehrte und dafür von den Nagern bis in den Mäuseturm verfolgt und getötet wurde.

Bingen am Rhein ist auch bekannt für seine Weine. Besonders die fruchtigen Rieslinge der Rebhänge am Rochusberg sind ein Markenzeichen der Stadt. Im Weinhaus “Huber”, dem ältesten der Stadt, genießen Sie, neben deftigen Speisen, auch den hauseigenen Rebensaft. Im Spätsommer feiern die Bingener ihr 10tägiges Winzerfest, das längste Weinfest am Rhein.

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