Nachdem ich schon einige Male in Paris Urlaub gemacht habe, entschloss ich mich im letzten Jahr, Südfrankreich zu besuchen.
Über Lyon, die sich zurecht als kulinarische Hauptstadt Frankreichs bezeichnet, fuhr ich zunächst das Rhônetal hinunter in Richtung Mittelmeer. Dort erstrecken sich nach Osten die Provence und die Côte d’Azur, westlich der Rhône laden die Regionen Languedoc-Roussillon sowie die Pyrenäen zu einem Besuch ein. Das touristische Angebot ist einfach beeindruckend: Quicklebendige und junge Groß- und Hafenstädte wie Marseille, Nizza, Toulouse oder Montpellier bieten tolle Shoppingmöglichkeiten, für kulturell Interessierte finden sich in Nîmes (hier findet sich der Aquädukt Pont du Gard), Carcassonne und Aix-en-Provence zahlreiche Zeugnisse vergangener Zeiten und jeder Naturliebhaber hat eine faszinierende weil unglaublich vielfältige Auswahl an Wanderwegen, Höhenzügen oder beeindruckenden Höhlen. Hier sollte der Reisende auf jeden Fall die Orgnac l´Aven besuchen, nach vielen Aussagen ein echtes Zeugnis für die Kreativität von Mutter Natur. Dem kann ich nach meinem Besuch nur zustimmen.
Da ich einen Urlaub geplant hatte, der sowohl kulturell geprägt sein sollte aber auch Erholung zum Ziel hatte, durften einige Tage am Strand nicht fehlen. Die braucht man nicht lange zu suchen. Schon zwischen Menton und Nizza fand ich wunderbare Strandabschnitte, die aber ausser mir auch viele andere Wasserfans und Sonnenhungrige anlockten. Vor allem in den Sommermonaten hat man deshalb wohl nicht wirklich seine Ruhe, wenn man sich hier niederläßt.
Als ich genug Sonne getankt hatte, entschloss ich mich, einer anderen Attraktion nachzugehen, die Südfrankreich bietet. Verlässt man die Küstenregion in Richtung Hinterland, findet man in den Bergen viele malerische Dörfer, die wie Kronen auf die Bergspitzen gesetzt wurden. In früherer Zeit waren die Sarrazenen von Süden her in Frankreich eingefallen. Um sich gegen diese Gefahr zu schützen, entstanden viele, befestigte Dörfer.
Hier möchte ich jedem vor allem Eze Village empfehlen, denn von diesem wunderschönen Ort aus hat der Besucher einen tollen Ausblick auf die Umgebung. Wer auch auf der Suche nach einem künstlerischen Mitbringsel ist, der sollte Gordes aufsuchen. Hier haben sich zahlreiche Künstler niedergelassen und warten darauf, dass ihre Werke einen Abnehmer finden.
Ein echter Höhepunkt auf meiner Tour durchs Hinterland Südfrankreichs war Roussillon, das Ockerdorf. Bei einer Wanderung durch die Ockerbrüche durfte ich ein wahres Farbenspektakel erleben, das ich heute noch vor Augen habe.
Zurück an der Küste, machte ich mich auf den Weg nach Cannes. Zwischen Fréjus und der Filmhauptstadt Europas liegt eine der faszinierendsten und wildesten Gegenden Frankreichs -das Esterelmassiv. An diesem einzigartig schönen Küstenabschnitt mit verträumten Badebuchten schlängelt sich die Corniche d´Or vorbei - eine der reizvollsten Uferstraßen im Süden des Landes. Entlang zahlreicher Aussichtspunkte fand ich immer wieder Möglichkeiten zum Baden und Relaxen. Weil ich das Massiv nicht nur vom Auto aus genießen wollte, suchte ich mir einen der vorhandenen Wanderwege. Ich machte mich auf zum Dramont und genoss von hier eine wirklich fantastische Aussicht über die umliegende Gegend und die vor der Küste liegende Île d´Or.
Sicher hätte ich noch viel mehr Orte und Gegenden besuchen können, aber ich werde auf jeden Fall wiederkommen, um Südfrankreich weiter zu erkunden.