Rhodos, die „Sonneninsel“ im Mittelmeer, gehört zur Inselgruppe Dodekanes (gr. „Zwölfinseln“) in der südöstlichen Ägäis. Mit ihren knapp 1.400 Quadratkilometern ist sie die viertgrößte Insel Griechenlands. Zusammen mit bis zu 200 kleineren Inseln zählt sie zu den Südlichen Sporaden in unmittelbarer Nähe zur Westküste Kleinasiens.
Allgemeine Infos
Rhodos hat etwa 100000 Einwohner, davon lebt gut die Hälfte in Rhodos Stadt an der nördlichen Spitze der Insel. Über eine Million Touristen jährlich machen Rhodos zu einer der meistbesuchten Ferieninseln der Region. Während der eher ländlich geprägte südliche Teil noch weniger touristisch erschlossen ist, bildet der Norden das urbane und touristische Zentrum der Insel. Einst wichtiger Handelshafen der Antike, zeugen zahlreiche historische Bauten von der an Wechselfällen nicht armen Geschichte der Stadt. 1988 wurde ihr der Status als Unesco-Weltkulturerbe zuerkannt.
Mit einer Küstenlänge von 220 Kilometern und zahllosen Fels-, Kiesel-, oder Sandstränden lockt Rhodos Badeurlauber aus aller Welt. In den Sommermonaten erreichen die Temperaturen im Landesinneren gut und gerne 40 ° Grad, was auch an den östlichen Küstenstränden keine Seltenheit ist. An der Westküste ist es wegen der Windverhältnisse insgesamt ein wenig kühler. Besonders Surfer zieht es hierhin.
Mit über 3000 Sonnenstunden im Jahr ist Rhodos einer der sonnenreichsten Orte in ganz Europa.
Als Hauptsaison gilt die Zeit von Mai bis Oktober. Die Anreise erfolgt per Schiff oder per Flugzeug. Der internationale Flughafen von Rhodos ist einer der bestangebundenen Flugplätze im östlichen Mittelmeerraum.
Rhodos zeigt sich mit seinen gebirgigen Landzügen und fruchtbaren Böden als dankbares Kulturland. Wein und Olivenanbau haben eine lange Tradition, wie sich in einer der zahlreichen Tavernen erproben lässt. Auch ein Besuch im Weinort Empona am Berg Attavyros kann davon überzeugen. Hier lässt sich auch einer der guten Qualitätsweine bestellen, den die schlauen Einheimischen, statt zu exportieren, lieber vor Ort ausschenken.
Sehenswürdigkeiten auf der Insel
Rhodos Stadt wurde 408 v. Chr. als Zusammenschluss der drei antiken Städte Ialyssos, Kameiros und Lindos gegründet. Aus dieser Zeit datiert auch die Hafenanlage Mandraki, an dessen Einfahrt heute die beiden Wappentiere Hirsch (gr. Elafos) und Hirschkuh (gr. Elafina) ankommende Schiffe begrüßen. Hier soll einst der „Koloss von Rhodos“ gestanden haben. Drei malerische Windmühlen auf der steinernen Mole tragen zum besonderen Flair des Mandraki Hafens bei.
Auf der anderen Seite der Stadtmauer erstreckt sich die historische Altstadt. Über die Ritterstraße geht es hinauf zum Großmeister-Palast, der in den 30iger Jahren nach alter Vorlage neu errichtet wurde. Auch das Archäologische Museum und das Byzantinische Museum öffnen in der Altstadt ihre Pforten. Oberhalb der Stadt auf dem Berg Monte Smith befinden sich Reste der antiken Akropolis, ein restauriertes Theater sowie ein Stadion.
Lindos
Den zweiten großen touristischen Anziehungspunkt neben dem Norden bildet Lindos, auch „Perle von Rhodos“ genannt. Auf einer kleinen Anhöhe stehen, von einem alten Kastell umgeben, die Überreste der Akropolis von Lindos, die die ursprüngliche Größe des Monumentes gut erahnen lassen.
Kameiros
Im nordwestlich gelegenen Kameiros sind mehrere Ausgrabungen der antiken Stadt zu sehen. Die Ruinen wurden von italienischen Archäologen freigelegt. Sie gewähren eine gute Vorstellung von der Anlage einer Stadt des Altertums.
Geschichte zur Insel
Die Insel erfuhr eine frühe griechische Besiedlung in mykenischer Zeit. Nach einer Zeit der wirtschaftlichen Blüte fiel sie 332 v. Chr. für einige Jahre unter die Herrschaft Alexanders des Großen. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. geriet sie zunehmend unter römischem Einfluss. Durch Cassius wurde sie 42 v. Chr. größtenteils zerstört. Während die ökonomische Bedeutung abnahm, erlebten Wissenschaft und Künste neuen Aufschwung. Die berühmte Marmorgruppe des Laokoon entstammt aus dieser Epoche. Bei der Teilung des römischen Reiches 395 n. Chr wurde Rhodos byzantinisch. Auch die historischen Einschnitte der folgenden Jahrhunderte bezogen Stadt und Insel in die zahlreichen Auseinandersetzungen mit ein, denen der gesamte Mittelmeerraum unterlag. Mit dem Aufzug des Johanniterordens um 1309 wurden viele der wuchtigen Burganlagen errichtet, die noch heute zu besichtigen sind. 1522/23 wurde Rhodos osmanisch und blieb es fast vierhundert Jahre lang. Auch aus dieser Zeit sind im Stadtbild bis heute zahlreiche Zeugnisse erhalten. 1912/23 schließlich wurde die Insel italienisch und erhielt weitere Bauwerke hinzu.
Seit 1947 ist Rhodos wieder griechisch. 2002 wurde der Euro als Währung eingeführt.
Orte auf der Insel
Neben Rhodos Stadt finden sich viele weitere Orte auf der Insel, die einen Besuch lohnen.
Faliraki
Mit dem längsten Sandstrand und einer ausgedehnten Hotelmeile mit vielen Bars und Restaurants hat sich Faliraki einen Ruf als Touristen-Hochburg an der östlichen Küste unweit von Rhodos Stadt erworben. Von hier aus besteht auch eine Fährverbindung nach Lindos.
Attavyros
Der höchste Berg der Insel lässt sich auf verschiedenen Strecken erwandern. Vom Gipfel aus ergibt sich ein eindrucksvolles Panorama.
Petaloudes
Auch das „Schmetterlingstal“ im Landesinneren mit seinen kühlen schattenreichen Wegen lässt sich bei einer Wanderung erkunden.
Halbinsel Prassonisi
Ganz am untersten Südzipfel ist Prassonisi gelegen, eine kleine beschauliche Halbinsel, deren schmaler Zugang je nach Wetterlage auch unter den Meeresfluten verschwinden kann.
Die Insel Rhodos bietet sich auch ideal für Hochzeitsreisen an.
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