Ihren Namen trägt sie zu recht, die Stadt Bath, im Westen Englands am Fluss Avon gelegen, besitzt sie doch Englands einzige heiße Quellen und war bereits zu Zeiten der Römer ein „Kur- und Badeort“. Über hunderte von Jahren kurten hier wohlhabende Bürger – und das sieht man noch heute, verfügt die Stadt über zahlreiche imposante Bauwerke wie zum Beispiel den Royal Crescent, einen halbmondförmigen, historischen Straßenzug.
Bath erhielt 1987 den Status „World Heritage Site“ (UNESCO Weltkulturerbe) und ist heute eines der Tourismuszentren Großbritanniens mit rund 4,8 Millionen Besuchern pro Jahr.
Was macht Bath so beliebt bei Urlaubern?
Sicherlich sein mildes Klima, das deutlich wärmer ist als in vergleichbaren Orten, da der Golfstrom Wärme heranführt. Aber natürlich vor allem die vielen Sehenswürdigkeiten, allen voran die römischen Bäder. Der Badekomplex inklusive eines römischen Tempels wird noch heute mit heißem Wasser aus den Quellen versorgt. Wer seinen Besuch auf den Nachmittag legt, der kann ab Sommer 2008 „echte Römer“ im Bad antreffen und sich mit ihnen unterhalten. Wer gerne selbst im warmen Wasser entspannen möchte, kann dies im Thermae Bath Spa tun, der modernen Variante.
Wer sich dafür interessiert, was die Haute-Volée früher trug, wenn sie kurte, dem sei ein Besuch im Fashion Museum empfohlen. Dort gibt es mehr als 30.000 Einzelstücke aus der Zeit vom späten 16. Jahrhundert bis heute, die an mehr als 150 Kleiderpuppen und in Schaukästen gezeigt werden. In der Abteilung „Korsette und Krinolinen“ können Besucher selbst mit Reproduktionen ausprobieren, wie sich diese Kleidungsstücke tragen.
Eine der berühmtesten Einwohnerinnen von Bath war sicherlich Jane Austen, die Schriftstellerin, deren Werke „Stolz und Vorurteil“ oder „Emma“ weltbekannt sind (nicht zuletzt durch die aktuellen Verfilmungen „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ und „Clueless – Was sonst“). Das Jane-Austen-Centre informiert über die Autorin mit Schwerpunkt auf ihrer Zeit in Bath von 1801 bis 1806. Ihre Fans wird der Museumsshop begeistern, der zahlreiche Videos, Bücher, DVDs, aber auch Stickereien und Schmuckstücke im Stil ihrer Zeit anbietet.
Einige Gebäude des Royal Crescent, der halbmondförmigen Straßenzeile aus 30 Häusern, die vom Architekten John Wood zwischen 1767 und 1774 erbaut wurden, kann man besichtigen. So zum Beispiel das Haus „Number One Royal Crescent“, das tatsächlich das erste Haus war, dass dort gebaut wurde. Hier bekommt man einen Eindruck davon, wie es sich im Royal Crescent lebte, als er gerade neu gebaut war. Das Haus Number One ist originalgetreu eingerichtet, unter anderem mit einem stilvollen Esszimmer, einem eleganten Wohn- und einer gemütlichen Küche.
Wer sich für die Stadtgeschichte von Bath interessiert, der sollte das Bath Museum besuchen, das in einer gotischen Kapelle untergebracht ist. Es zeigt, wie es in Bath im georgianischen Zeitalter zuging – von der Architektur über Stadtentwicklung hin zum normalen Alltagsleben.
Ein Muss für alle Bathbesucher ist das älteste Haus von Bath, Sally Lunn’s Refreshment House and Museum, das im Jahr 1483 erbaut wurde und in dem heute Sally Lunn Buns, ein Hefegebäck, vor den Augen der Besucher hergestellt und verkauft werden.
Mit dem Holburne Museum of Art verfügt Bath auch über ein Kunstmuseum; allerdings wird es von März 2008 bis Herbst 2010 renoviert und ist für Besucher nicht geöffnet.