Noch mit den Eindrücken der Stadtrundfahrt in Neapel, vom Aufstieg zum Kraterrand des Vesuvs und von dem Rundgang durch das legendäre Pompeji behaftet, führt die Reise auf der herrlichen Küstenstraße SS163 nun weiter in Richtung Sorrent. Die vor etwa 150 Jahren erbaute Straße schlängelt sich zwischen Terrassen mit Zedern und Zitronenbäumen oder steil aufragenden Felsen auf der einen und dem blaugrün leuchtendem Meer auf der anderen Seite, die amalfitanische Küste entlang. Die Stadt Amalfi, das Ziel der Reise, war bereits vor hunderten von Jahren mit seinen Handels- und Kriegsschiffen das Zentrum der Seemacht Italien und gab der ganzen Region ihren Namen.
Auf dieser Route möchte der Reisende am liebsten sein Fahrzeug verlassen und zu Fuß weiterziehen, um die sich immer wieder ändernden reizvollen Aussichten in Ruhe zu genießen. Er kann sich damit aber guten Gewissens gedulden, denn sein bevorstehender Aufenthalt in Amalfi lädt zu erlebnisreichen Wanderungen auf schmalen Pfaden hoch über dem Meer ein. Wir werden darauf noch zurückkommen.
Als Prunkstück Amalfis zeigt sich der gewaltige Dom mit dem Domplatz und dem darauf befindlichen Barockbrunnen und der zu ihm führenden breiten Treppe. Der Dom selbst wurde vor über 1.000 Jahren erbaut, als Amalfi seine Blütezeit als Seerepublik erlebte. Mehrfach umgebaut präsentiert er sich heute mit seiner mosaikverzierten Fassade und vielen Kostbarkeiten im Inneren. Erwähnt sei die Decke aus Münzgold, zwei Mosaik-Kanzeln und der Triumphbogen. Reliquien, Statuen und Fresken vervollständigen die Ausstattung dieses herrlichen Bauwerks.
Lohnenswert ist ein kurzer Aufstieg zum Kloster des Paradieses mit seinen Kunstwerken vergangener Epochen.
Vom Piazza Flavio Giola aus können in Richtung Meer die letzten Reste der Flotte aus dem 13. Jahrhundert betrachtet werden.
Amalfi - das sind aber nicht nur die großen historischen Rückblicke, sondern das sind auch die sich an steile Hänge schmiegenden weißen Häuser, zwischen denen sich arabisch anmutende Gassen dahinschlängeln, das sind die freundlichen Einheimischen, die trotz der vielen Touristen Ruhe und Gelassenheit zeigen, das sind die hübschen, kleinen Straßencafés, von denen aus sich das bunte Treiben in der Stadt beobachten lässt und das ist das geschäftige Leben am Kai mit den auslaufenden Schiffen nach Capri, Salerno oder dem Künstlerstädtchen Positano.
Wie versprochen, noch ein paar Tipps zum Erkunden der Umgebung von Amalfi. Mit einer kleinen Wanderung erreichbar ist das Mühlental (Valle dei Mulini), in dem teilweise noch in Betrieb befindliche alte Papiermühlen zu besichtigen sind. Desweiteren führen viele markierte Wege und Pfade durch eine der schönsten Küstenlandschaften Italiens; so zum Beispiel von Pogerola, oberhalb Amalfis, auf einem Panoramaweg in die Zitronenhaine von Scala oder aber der Höhenweg von Amalfi nach Agerola, der über verwinkelte Treppengänge die Schönheit der mediterranen Welt erleben lässt.