Geschichte Primosten und Dalmatien
Primosten ist heute ein 1700 Seelen Dorf in Kroatien, eigentlich genauer gesagt „Dalmatien“. Dalmatien ist eine uralte, römisch geprägte Siedlungsformation an der Ostküste der Adria. Dalmatien wurde in der Vergangenheit durch die Städte „Dubrovnik“ und Split geprägt. Geprägt wurde in antiker Zeit aber auch die Landschaft durch griechischen Einfluss. Seit 500 vor Christus war der landwirtschaftlich reiche Gebietsstrich beherrscht durch die Illyrer. Es war 20 Jahre lang unabhängig , bis es unter römischen Einfluss gelangte. Unter der Herrschaft des allseits bekannten Kaisers Augustus wurde die Provinz Dalmatien in das Römische Reich integriert. Die Provinz Dalmatien, der Name bedeutet übrigens soviel wie Weidegegend, gelangt nach dem Zerfall des Römischen Reiches unter Einfluß vom oströmischen Reich. Byzanz – also Ostrom – war ja auch für das angrenzende Serbien bestimmend. Nach weiteren wechselhaften Eroberungen durch die Franken und die Flotte von Venedig wurde im späteren Mittelalter das Reich Kroatien gegründet. Zum Ausgang 1500 Jahrhunderts fängt auch die Geschichte der kleinen Stadt im Mitten von Primosten an.
Die Türken versuchten um 1500 Dalmatien zu erobern. Als Reaktion darauf wurde die kleine Insel in der Adria – Primosten – zu einer wehrhaften Siedlung ausgebaut. Die Insel hatte zu der damaligen Zeit den Namen „Gola Glava“. Es wurde vom Festland eine Brücke erstellt, eine Stadtmauer gebaut und auf der höchsten Stelle der Siedlung wurde eine Kirche – St. Georg – gebaut. Aus dem slawischen Namen „Gola Glava“ wurde ein dalmatinischer Ausdrucke. Primosten ist ein Dialektausdruck für „preko mosta“ was soviel wie „über die Brücke gehen“ bedeutet. Im Mittelalter war die Verbindung zu der Stadt und dem Festland mit einer Zugbrücke gesichert. Kamen die Türken, dann ging die Brücke hoch. Das Stadtbild vom Primosten ist genau durch diese Geschichte geprägt: Enge Gassen, Stadtmauer, hohe Kirche. Der Dorfheilige, St. Georg, passt schon zur Gründungsgeschichte des Dorfes. St. Georg sollte seinen Glauben verraten und wiederstand der Versuchung. So wie die Dorfbewohner den Türken widerstanden. Der Ausbau dieser Siedlung vollzog sich weiter im 17. Jahrhundert, es kamen Wehrtürme und Aussichtspunkte hinzu. Auf dieser Insel wächst fast nichts. Haupterwerb bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts war der Fischfang. Anschließend, nach der Zeit des 2. Weltkrieges, wurde der Tourismus bestimmende Wirtschaftsfaktor der Stadt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges gehörte Primosten wie auch ganz Dalmatien zu dem kommunistischen Jugoslawien. Nach dem Bürgerkrieg und dem Zerfall dieses Staates wurde aus Primosten eine blühende Touristenstadt, die aber nicht an ihrem Charme verloren hat. Aus der Brücke, die den Namen von Primosten geprägt hat, ist heute übrigens der Damm geworden. Auf diesem Damm kann man heute in die Stadt kommen. Dadurch ist die Insel nun eine Halbinsel geworden.
Anreise nach Primosten
Wenn man Primosten besuchen möchte, dann kann man dies per Auto tun. Man nimmt Kurs auf Italien und nimmt folgt dann der Küstenstraße nach Split. Auf der Mitte des Weges kommt man dann an Primosten zum Rasten vorbei. In modernen Zeiten kann man natürlich auch das Flugzeug nehmen und steuert direkt Split an. Dort kann man dann ein Mietauto ordern und in entgegengesetzter Richtung Primosten erreichen. Schon die Fahrt entlang der Küstenstraße ist ein Stück Urlaub. Ein Wort zum Ausleihen des Autos, man sollte hier eine internationale Gesellschaft zum Ausleihen wählen. Die sind in Split vor Ort, im Falle eines Unfalles erspart man sich einigen Ärger. Die Gesetze sind etwas anders als in der BRD. Auch was die Haftung angeht. Vollkasko ist nicht Vollkasko in jedem Fall.
Man kann sogar, wenn man viel Zeit hat, mit dem Zug nach Split reisen und sich dann durchkämpfen. Das kostet einen aber fast einen ganzen Tag. Wenn man aber sehen möchte, wie die Welt sich so langsam ändert, ist das gar keine so schlechte Idee. Zeit vorausgesetzt. Es gibt aber auch einige Kreuzfahrten, die in Italien starten und die hier vorbeikommen. Eine Internetrecherche hilft hier.
Sehenswürdigkeiten in Primosten
Die Pfarrkirche St. Georg, oder auch in der Regionalsprache Juraj genannt, ist die bestimmende Sehenswürdigkeit des Dorfes. Diese wurde direkt nach der Besiedlung gebaut und erinnert an den Kampf der Einwohner gegen die Türken um 1500 n.Chr. Die Kirche ist in hellem Stein gehalten und passt in das mediterrane Ambiente dieses Ortes. Der Heilige ist auch Thema einer Ikone des Meisters Cusio. Diese mit Silber beschlagenen Ikone ist in der Kirche zu bestaunen. Die Ikone als Heiligenverehrung war und ist in den Ostkirchen üblich. Man sieht hieran die Beeinflussung der Stadt durch Byzanz. Direkt an der Ortseinfahrt kann man eine barocke Kappelle bewundern. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt ist die historische Altstadt und die engen Gassen. Auch die erhaltenen Stadtmauer sollte bewundert werden. Diese schützte die Siedlung vor dem Einmarsch der Türken. Weiterhin ist der Leuchtturm von Primosten zu erwähnen.
Sehenswürdigkeiten außerhalb Primosten
Etwa 3 Kilometer außerhalb von Primosten befindet sich Bucavac Veliki. Das sind die historischen Weinberge der Gegend. Diese sind von der Unesco als Kulturerbe anerkannt. Seit der Eroberung durch die Römer, intensiv aber seit dem 8. Jahrhundert wird hier an dieser Stelle Wein angebaut. Es handelt sich um eine extrem trockenen und felsige Landschaft. Wein wurde zum bestimmenden Wirtschaftsfaktor dieser Landschaft. Angebaut wird hier der Babic, das ist ein roter Mittelmeerwein, der auch in den Restaurants von Primosten zu den Speisen genossen werden kann. Das Besondere an den Weinbergen hier ist, dass die Erde in aus dem felsigen Untergrund für den Weinbau regelrecht gewonnen werden musste. Durch harte manuelle Arbeit wurde Erde und Stein separiert. Die Hänge bestehen aus dichtem Karsts, der eigentlich für den Anbau von Wein ungeeignet ist. Durch die manuelle Aufarbeitung wurde der für den Babic Wein gut geeignete Standort eben auch von der Erde her für Trauben geeignet gemacht. Einzelne Felder wurden mit Steinen umrandet, die Erde dazwischen von Steinen gereinigt. Es wurde anschließend aus den kleinen Feldern regelrechte Netzwerke geschaffen. Die Art der symmetrischen Lotbildung ist für die Gegend hier typisch und einmalig. Die einzelnen Felder sind, im Gegensatz zu anderen Weingegend nicht in Terrassen angelegt,
Freizeitaktivitäten in Primosten und Umgebung
Wenn man als Tourist nach Primosten kommt, dann kommt man wegen des Wetters, wegen des Wassers und wegen der guten Versorgung. Wasser und Strand sind extrem sauber. Das ist schon der fehlenden Industrie geschuldet. Vor Ort existieren in aller Regel Kieselstrände. Durch diese Kieselstrände entsteht aber auch ein kristallklares Wasser. Logisch, es gibt ja keinen Sand, den die stürmische Adria aufwirbeln könnte. Wenn man allerdings zu Fuß ins Wasser gehen möchte, sind Gummischuhe angesagt. Es gibt auch ein Hotel, das auf einer Halbinsel liegt und praktisch einen Privatstrand hat. Wer segelt, der wird ebenfalls in dieser Stadt auf seine Kosten kommen. Primosten hat, wie alle diese Städte einen schönen kleinen Hafen. Der Gesamteindruck, wenn man in Primosten ist, ist einfach “Urlaub Kroatien“. Wasser, Segel, Strand.
Wenn man nicht Segeln kann, dann ist das nicht wirklich ein Problem, es gibt nämlich schöne Segelkurse hier vor Ort. Andere Urlaubsaktivitäten sind das übliche Surfen, Ballspiele und Tauchen. Bedingt durch den felsigen Untergrund kann man die mediterranen Fische sehr schön beobachten. Es ist wie eine lebendig gewordenen Postkarte. Blaues Wasser, wohltemperiertes Wasser, bunte Fische. Haie gibt’s hier auch, aber der letzte Unfall mit einem Hai liegt schon lange zurück. Die Haie, die es hier gibt, sind kleinere Exemplare. Die sollten eher geschont werden. Delphine kann man aber von Zeit zu Zeit sehen. Das einzige Tierchen, das etwas unangenehm sein kann, ist der Peterfisch. Der ist nicht aggressiv, tritt man allerdings auf ihn, dann wird er nun mal ärgerlich.
Für das leibliche Wohl wird aus zwei Lebensbereichen gesorgt. Zum einen sorgt die Adria für den Mittagstisch. Besonders zu Empfehlen ist der Hummer. Es gibt eine Zubereitung nach Primostener Art, darauf sind die Menschen hier besonders stolz. Andere Gaumenfreuden des Mittelmeeres gibt es natürlich hier auch. Sardinen in jeder Art zubereitet. Andere kleine und große Fische. Gegrillt, gebraten und sonst wie kulinarisch aufbereitet.
Aber auch die Landwirtschaft bietet einige frische und gesunde Leckereien. Dazu zählen Gerichte rund um das Schaf. Also Lammkotelett oder Lammkeule. Dazu gibt es Salate oder Oliven, die natürlich hier auch wachsen.
Dazu folgt ein schöner Wein der Region. So wie es sich für eine ehemalige römische Kolonie gehört, wissen die Leute hier, wie man einen Wein keltert. Es gibt, das bietet sich eben auch als Ausflugsziel an, große Weinberge in der Umgebung. Dazu später.
Ingesamt sollte man es sich nicht nehmen lassen, am Mittag oder am Abend am Meer in einer Strandgastronomie zu sitzen und sich fürstlich bewirten zu lassen. Selbst in der einfachsten Strandgastronomie isst man noch besser als in manchem teureren Lokal in Deutschland. Die angebotenen Speisen sind frisch und man versteht sich in Gastlichkeit. Der Wein der Gegen hier nennt sich übrigens Babic und ist ein sehr leckerer Rotwein. Die Gerichte sind überliefert und haben einen folkloristischen Einschlag.
Nachdem man gut gespeist hat, bietet sich ein Rundgang durch die Altstadt von Primosten an. Ursprünglich war Primosten übrigens eine kleine Insel, die mit einer Brücke mit dem Festland verbunden war. Heute ist aus der Brücke ein Deich geworden. Damit ist Primosten insgesamt eine Halbinsel. Inmitten der Halbinsel steht die Pfarrkirche Sv. Juraj. Das ist kroatisch für St. Georg. Der Glaube prägt die Bewohner und ihre kleine Stadt. So wie in Italien und so wie auch vor allem in kleinen Fischerstädte. Das Dorf und die Altstadt existieren seit dem 15. Jahrhundert. Die Altstadt ist von Wirren des Krieges ziemlich unangetastet geblieben. So kann man die historischen Dinge noch im Original sehen. Die Stadt, oder das Dorf, ist auch durch eine lange Dürre geprägt. Das kann man sich so vorstellen, wie bei anderen Mittelmeerinseln, zum Beispiel Tabarka. Mitten im Meer mangelt es trotzdem an frischem Wasser. Deswegen kommt die Versorgung mit landwirtschaftlichen Dingen auch von außerhalb. Ring um diese Stadt befindet sich die Stadtmauer. Diese sorgte zum Schutz vor Überfällen. Auch diese ist noch gut erhalten. Bedingt durch die Einfriedigung durch die Stadtmauer ist die Altstadt sehr eng.
Das spiegelt sich in den Gassen wieder. Man fühlt sich aber auch, wenn man hier durchgeht, richtig wohl und behütet. Man kann sich das heute noch vorstellen, wie die Menschen zur Zeiten der Fischerei durch diese engen Gassen gingen und ihren Handel betrieben. Natürlich liegt hier auch noch das traditionelle Kopfsteinpflaster.
Weitere Ausflugsziele in der Umgebung von Primosten
Drei Kilometer in südlicher Richtung sind die berühmten Weinberge von Bucavac Veliki. Man kann die Weinberge zu Fuß oder mit dem Auto erreichen. Zu bewundern gibt es hier die einzigartige Technologie, aus verkarstetem Gebirge fruchtbare Weinberge zu gestalten. Man hat hier eine Gartentechnologie entworfen, die im Gegensatz zur Terrassenbauweise des übrigen Mittelmeerraumes steht. Die Technik ist mit der Bodengewinnung Lanzarotte zu vergleichen. Das Klima hier ist sehr trocken, die Lage aber gerade für Wein genial. Die Buchten von Raduca, Mala Raduca haben malerische Strände die für den Schwimmfreund interessant sind. Der Yachthafen von Kremik ist Ziel von beinahe 300 Schiffen. In Krapanj existiert ein Museum für Schwammzucht und in Zlarin werden Korallen zu Schau gestellt. Wenn man noch mehr Zeit hat, dann sollte man die Städt Split und Dubrovnik besuchen. Besonders Split und dessen Altstadt zählt zum Weltkulturerbe der Unesco. Besucht man diese Stadt, dann sollte man sich den Palast Diokletianspalast und die Kathedrale Sveti Duje anschauen. Die beiden Gebäude bestimmen die Gestalt der Altstadt und somit des Weltkulturerbes. Auch die Riva, die Falniermeile direkt am Meer ist eine Besichtigung wert.