Die Inselgruppe der Kornaten, die sich an der kroatischen Adriaküste zwischen Zadar im Norden und Sibenik im Süden erstreckt, ist die größte und dichteste Inselgruppe im Mittelmeer und besteht aus ca. 180 kleinen Inseln und Riffen. Der Verwaltungssitz ist auf der Insel Murter und nicht auf der größten Insel Kornat, die dem Archipel ihren Namen gab.
Der größte Teil der Inseln gehören heute zu einem Nationalpark.
Im Frühjahr sind die Kornaten für Segler ein beliebter Treffpunkt, denn hier findet alljährlich die Regatta um den Kornati Cup statt. Aber auch bei Hobbyseglern ist das Seegebiet um die Inseln sehr beliebt.
Aber selbst für passionierte und erfahrene Segler stellen die Kornaten eine Herausforderung dar, denn zwischen den zahlreichen Inseln und Inselchen wird es richtig eng. Da muss der Skipper schon seine ganze Konzentration aufbieten, um das Schiff sicher durch die engen Passagen zu steuern. Hier wird Segeln zu einem richtigen Sport, bei dem die Mannschaft gut aufeinander eingespielt sein sollte. Wenn im Minutentakt gefiert und dicht geholt wird oder das Kommando “Klar zur Wende” ertönt, dann sollte jeder Handgriff und jedes Manöver sitzen. Trotzdem geht es manchmal nicht ohne Schrammen, blaue Flecken und Blasen an den Händen ab.
Wenn trotz aller Segelerfahrung und aller Vorsichtsmaßnahmen das Schiff doch einmal an einem der unzähligen Riffe hängen bleibt, dann ist guter Rat teuer. Manchmal gelingt es mit vereinten Kräften den Kahn wieder flott zu machen, aber manchmal muss man doch die einheimischen Fischer, die das Gebiet wie ihre eigene Westentasche kennen, um Hilfe bitten. Die wird natürlich gewährt, gegen ein entsprechendes Honorar, versteht sich. Eines ist also bei einem Segeltörn in den Kornaten sehr wichtig: Man sollte die Kunst des Kartenlesens beherrschen, den nur mit wirklich guten nautischen Kenntnissen ist das Segeln hier ein wahres Vergnügen.
Für einen Ausflug an Land sollte die Crew sich unbedingt Zeit nehmen. Es gibt zwar auf den Inseln keine nennenswerte Vegetation, von ein paar spärlichen Moosen mal abgesehen, ebenso sucht mal vergeblich nach Quellen oder Wasserläufen, (die Bewohner haben Zisternen, in denen sich das Regenwasser sammelt) aber trotzdem haben die schroffen Kalksteinfelsen eine eigenen, ganz besonderen Reiz.
Festen Schuhwerk ist Pflicht wenn am die Felsen erklimmen will, aber es lohnt sich, die Inseln einmal im Licht der untergehenden Sonne zu sehen. Bei einem Spaziergang kann man in geschützten Lagen Trauben, Feigen, Oliven und sogar Südfrüchte finden. Wer seine Ruhe haben möchte, sollte in dem wunderbar klaren und sauberen Wasser schwimmen oder tauchen. Interessant sind auch die zahlreichen Grotten und Höhlen, die man allerdings nur mit einem ortskundigen Führer erforschen sollte.
Ob man nun selbst segelt oder als Passagier einen Segeltörn macht, eine Reise zu den Kornaten lohnt sich immer oder um es mit den Worten von George Bernard Shaw zu sagen: Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen und schuf aus Tränen, Sternen und Atem, die Kornaten.