Mrz
06
Kategorie: Ukraine

KiewDie “Mutter aller russischen Städte” liegt nicht etwa, wie man annehmen könnte, in Russland, sondern in der Ukraine: Kiew kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die sich an Hand der zahlreichen prunkvollen Kirchen und Klöstern der historischen Innenstadt nachvollziehen lässt. Schon von weitem sieht der Besucher Kiews vergoldete Kuppeln der russisch-orthodoxen Gotteshäuser auf den Hügeln der Stadt.

Als Hauptstadt der Ukraine ist Kiew auch gleichzeitig die größte Stadt des Landes, mit knapp 2,7 Millionen Einwohnern. Sie erstreckt sich zu beiden Seiten des Dnjepr, dem drittlängsten Fluss Europas, wobei der östliche Stadtteil der modernere ist, da diese Seite des Flusses erst ab dem 20. Jahrhundert bebaut wurde.
Zu Unrecht sind die vielen Sehenswürdigkeiten Kiews in Westeuropa weitestgehend unbekannt. Früher wurde Kiew von einer großen Stadtmauer umschlossen, von der heute noch das “Goldene Tor” erhalten ist, ein imposantes Gebäude aus rotem Stein. Auch der Stolz der ukrainischen Kirche befindet sich in Kiew: die Sophienkathedrale. Sie wurde 1707 rekonstruiert und strahlt mit ihren 19 Kuppel in Gold und Grün im alten Glanz. Genau wie die Sophienkathedrale gehört auch das Höhlenkloster Lawra zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es umfasst einen riesigen Komplex aus Kirchen, Museen, Klöstern und den Mönchshöhlen, die den historischen Ursprung dieser Anlage bilden und früher frommen Eremiten als Wohnstätte dienten.
Bei einem Besuch in Kiew darf natürlich der “Platz der Unabhängigkeit” (Maidan Nesaleschnosti) nicht vergessen werden, unter dem sich ein riesiges unterirdisches Einkaufszentrum, das Metrograd, befindet. Weiterhin hat Kiew zoologische und botanische Gärten (mit beispielsweise einem riesigen , sehr sehenswerten Rosengarten) zu bieten.
In der Innenstadt laden viele Restaurants lzum Einkehren ein. Wer echte ukrainische Küche genießen möchte, sollte in das “Domashnya Kuhnya” (vul. Bohdana Khmelnytskogo, 16-22) gehen, das viele ukrainische Köstlichkeiten zu angemessenen Preisen zu bieten hat.
Doch trotz der vielen Touristenattraktionen und des bunten Lebens im Zentrum, hat Kiew auch eine andere Seite: die Armut. Um den historische Stadtkern erstrecken sich große Wohnviertel mit Hochhäusern (Relikte der sowjetischen Vergangenheit), zwischen denen ein Ortsfremder leicht die Orientierung verlieren kann. Auch Bettler trifft man häufig, besonders in der Nähe der Sehenswürdigkeiten. Doch in Kiew ist die Armut nicht viel größer, als in anderen großen Metropolen. Das Leitungswasser sollte man in Kiew nicht trinken. Stattdessen gibt es in der Stadt zahlreiche Brunnen mit frischem Quellwasser, an denen jeder seinen Durst stillen kann.

Kiew verfügt sowohl über einen Hafen, da der Dnjepr hier von kleinen Seeschiffen befahren werden kann, als auch über zwei Flughäfen. Innerhalb der Stadt kann man sich mit der U-Bahn fortbewegen, in der jedoch leider die Gefahr eines Taschendiebstahls erhöht ist. Wird das Taxi als Fortbewegungsmittel gewählt, so sollte unbedingt vor Fahrtantritt der Preis festgelegt werden, da es keine Taxameter gibt!
Wie in jeder Metropole gibt es auch in Kiew viele Hotels unterschiedlicher Preisklassen. Wer lieber in einem Appartement wohnen möchte, der ist im Sherborne Hotel genau richtig. Doch am preiswertesten kann man in Jugendherbergen übernachten, die entgegen ihres schlechten Rufes guten Komfort bieten.
Kiew lockt mit vielen Events, wie Konzerten, Festivals (zum Beispiel das Chaika Festival Anfang Juni) und Ausstellungen. Am 24. August feiert die Ukraine ihre Unabhängigkeit und ganz Kiew feiert. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte - bis in die Nacht hinein.
Bei einem Besuch in Kiew ist die Kenntnis der ukrainischen Sprache natürlich von Vorteil, aber der Großteil der Bevölkerung spricht Russisch. Unter den jüngeren Menschen ist auch Englisch verbreitet. Um sich in Kiew (und der Ukraine) orientieren zu können, empfiehlt es sich die kyrillischen Schriftzeichen zu beherrschen (auch bei mangelnder Sprachkenntnis). Es kann sonst leicht zur Orientierungsproblemen kommen, da alle Straßen, Orte etc. in dieser Schrift bezeichnet werden.

Foto: Portos - Fotolia.com

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