Die Vatikanstadt ist ein selbstständiger Staat, der komplett vom Stadtgebiet der italienischen Hauptstadt Rom umgeben ist. Ein Besuch im Vatikan erfolgt somit im Rahmen eines Rom-Aufenthalts, wobei die Grenze zwischen Italien und dem Vatikan beim Betreten des Petersplatzes passiert wird.
Der Vatikan ist das einzige Land der Erde, in dem Latein ofizielle Amtssprache ist, wobei die kirchenlateinische Aussprache dem Italienischen, welches zugleich die zweite offizielle Sprache des Landes darstellt, ähnlich ist.
Das Völkerrechtssubjekt ist nicht der Staat als solcher, sondern der Heilige Stuhl.
Für Touristen ist eine Übernachtung im Vatikan wegen fehlender Hotelbetten nicht möglich.
Es bestehen jedoch Einkaufsmöglichkeiten nicht nur für sakrale Kunst und Andenken, sondern auch für Güter des täglichen Bedarfs. Besuchern Roms wird häufig empfohlen, ihre Post nicht in Italien, sondern im Vatikan einzuwerfen, da sie dann zumeist schneller befördert wird.
Als Währung gilt im Vatikan der Euro. Da das Land eigene Münzen nur in einem sehr geringen Umfang prägt, zahlen Sammler für diese hohe Preise.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Vatikanstadt ist der Petersdom. Dieser fasst 60 000 Besucher und ist die Grabeskirche des Apostels Petrus und, entgegen einer häufigen Vermutung, nicht die eigentliche Bischofskirche Roms; als solche fungiert die außerhalb des Vatikan gelegene Lateranbasilika. Zu den Ausstattungsmerkmalen, welche den Petersdom für kunsthistorisch interessierte Besucher reizvoll machen, gehören in erster LInie zahlreiche Mosaiken. Sehr bekannt und häufig kopiert wurde die Statue der Pietà, die Michelangelo im Jahr 1500 vollendet hatte. Eine der zahllosen Kopien des Kunstwerkes befindet sich in der Schatzkammer des Petersdoms.
Weitere interessante Statuen stellen Abbildungen von Ordensgründern dar.
Obwohl die Kirche von einer sehr großen Personenzahl besichtigt wird, findet sich in einer der zahlreichen Seitenkapellen immer die Möglichkeit zur Stille und zum Gebet.
Neben dem Petersdom ist die Sixtinische Kapelle ein beliebtes Ziel bei einem Aufenthalt in der Vatikanstadt. Sie gehört zu den Vatikanischen Museen und besticht durch die Vielzahl ihrer Gemälde, welche der bekannte mittelalterliche Künstler und Bildhauer Michelangelo geschaffen hat. Neben den Bildern aus der Schöpfungsgeschichte schuf dieser Darstellungen der Urväter und Urmütter sowie zahlreicher Propheten. Weitere abgebildete Bibelstellen sind die Geschichte von Noah sowie von David und Goliath. Auch den Taten starker Frauengestalten der Bibel widmete Michelangelo Elemente der Ausmalung der Sixtinischen Kapelle, sodass Esther und Judith mit ihren Rettungstaten für das Volk Israel hier abgebildet sind.
Zu den bekanntesten Gemälden dieses Ortes gehört das Altarbild zum Jüngsten Gericht; dieses ist zugleich wegen seiner sehr ungewöhnlichen Christus-Darstellung eines der theologisch umstrittensten Werke Michelangelos.
Neben der Sixtinischen Kapelle umfassen die Vatikanischen Museen noch bedeutende Kunstsammlungen aus dem Altertum sowie moderne religiöse Kunst. Der Eintritt in die Museen ist am letzten Sonntag im Monat frei; jedoch kommt es dann häufig zu besonders langen Wartezeiten. Zu beachten ist, dass die in Italien für Kirchenbesuche üblichen Kleidungsvorschriften auch in den Vatikanischen Museen gelten; das heißt, Knie und Schultern müssen bedeckt sein. Diese Regelung gilt für Männer und Frauen.
Wer den Papst erleben möchte, kann an einer Generalaudienz teilnehmen. Diese findet üblicherweise in der Audienzhalle, im Sommer auf Grund der hohen Teilnehmerzahl auf dem Petersplatz statt. Die bekannteste liturgische Veranstaltung mit dem Papst ist die Erteilung des Segens Urbi et Orbi an Ostern und Weihnachten.