Jul
24
Kategorie: Kanada

Der Wikinger Leif Erikson und seine Mannen sind die ersten Europäer die nordamerikanischen Boden betreten und das vor rund 1000 Jahren. Warum es zu keiner Zeit zu einem Besiedlungsversuch kommt, ist ungeklärt. Noch ein halbes Jahrtausend muss verstreichen, bevor das heutige Kanada wiederentdeckt wird. Ab sofort beginnen sich die Ereignisse um Landbesitz und Machtergreifung buchstäblich zu überschlagen. Allen voran die Franzosen. Mit Jacques Cartier schicken sie einen erfahrenen Seemann. Von 1534-1542 unternimmt er drei ausgedehnte Reisen und erforscht unter anderem den St.-Lorenz-Strom bis in das Gebiet der heutigen Landeshauptstadt Ottawa. Doch Frankreich bekommt Gesellschaft. Die englische Krone sieht nicht unverrichteter Dinge zu, wie der Erbfeind Frankreich neue Territorien unter seine Fahne stellt. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Kontrahenten rufen auch die Ureinwohner, die Indianer auf den Plan. Von den rivalisierenden Mächten schamlos ausgenutzt, ist ihr Schicksal bald besiegelt. Zahlenmäßig dezimiert und aus ihren angestammten Gebieten vertrieben, müssen sie zusehen, wie ihr Land nach und nach aufgeteilt wird. Ihre Rolle ist die der Verlierer. Bis zum heutigen Tag.

Mittlerweile haben die Franzosen ein riesiges Gebiet kolonisiert. Wirtschaftlich jedoch, bleiben sie weit hinter den Engländern zurück. Die Gebiete der Briten scheinen für die ständig ins Land strömenden Einwanderer bessere Aussichten zu bieten, sesshaft werden zu können. Holländer, Deutsche und Skandinavier greifen in die Siedlungsgeschichte ein und sympathisieren vorzugsweise mit den Engländern. Frankreich beginnt an Einfluss zu verlieren.
Im Zuge weiterer kriegerischer Auseinandersetzungen, tritt Frankreich 1763 alle Kolonien in Amerika an die Briten ab. Doch noch einmal müssen rund 100 Jahre vergehen, bis die Geburtsstunde des heutigen Kanadas eingeläutet wird. Das geschieht im Jahre 1867 mit dem British North America Act. Seine Selbständigkeit allerdings, erlangt es erst im Jahre 1931 und die vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien, 51 Jahre später.

Englisch und Französisch fungieren gleichermaßen als Amtssprachen. Das erinnert an die Zeit der Kolonialisierung und Jahrhunderte dauernder Machtkämpfe zwischen den beiden Großmächten. Aber auch Menschen anderer Nationen schreiben an der Entwicklungsgeschichte Kanadas und hinterlassen bleibende Spuren. Über 800.000 Bürger Kanadas sprechen Chinesisch und fast eine halbe Million Deutsch.

Noch heute versteht sich der nordamerikanische Staat als klassisches Einwandererland. Menschen unterschiedlichster Nationen sorgen dafür, dass das flächenmäßig zweitgrößte Land der Erde, zu den fortschrittlichsten Nationen weltweit gehört. Neben Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, agiert eine breite Industrielandschaft. Neben der Metallverarbeitung und der Elektrotechnik ist es die weit entwickelte Flugzeug- und Automobilindustrie. Bei dem Waldreichtum Kanadas spielen selbstverständlich Holz- und Papierverarbeitung eine nicht unwesentliche Rolle. Da die Rohstoffe für nahezu alle industriellen Zweige, in erster Linie aus dem Land selbst kommen, kann gut gewirtschaftet werden. Ein Grund dafür, dass Kanada, gemessen am Bruttonationaleinkommen, nahezu ständig unter den ersten zehn Ländern der Welt rangiert. Mehr als bescheidener Wohlstand für die meisten der 31,6 Millionen Kanadier. Da die parlamentarische Monarchie an ihrer Politik festhalten will, wird sich in naher Zukunft wohl auch nichts daran ändern.

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